IVH: Styropor ist nicht brandgefährlich

Meldungen wie „Brandgefährliche Polystyrol-Fassaden“ oder „Wahnsinn Wärmedämmung“ verunsichern die Öffentlichkeit. Diese Verunsicherung ist unbegründet. Für alle Baustoffe und damit auch für den Wärmedämmstoff Styropor gelten strenge Brandschutzanforderungen, die regelmäßig geprüft und überwacht werden.

Wärmedämmung von Gebäuden liefert einen wesentlichen und unverzichtbaren Beitrag zum Klimaschutz. Für diesen Klimaschutz trägt jedermann persönlich Mitverantwortung. Wer deshalb z.B. seine Fassade nachträglich dämmen will, zeigt Verantwortung und greift gerne zum Dämmstoff EPS-Hartschaum (Styropor). Aussagen wie „Ein Feuer in einem Haus mit Polystyrol-Fassade kann verhängnisvoll sein!“ verunsichern die Verbraucher zu Unrecht aus folgenden Gründen:

Das deutsche Baurecht einschließlich der baurechtlichen Anforderungen an das Brandverhalten von Baustoffen ist streng und deshalb eng gefasst. Dabei wird EPS-Hartschaum wie alle anderen Baustoffe behandelt. Es gibt hierfür keine Sonderregelungen.

Leicht entflammbare Dämmstoffe – oftmals falsch als leicht brennbar bezeichnet – sind in Deutschland als Wärmedämmung verboten. Nach den brandschutzrechtlichen Bestimmungen müssen alle Dämmstoffe im eingebauten Zustand mindestens der Baustoffklasse B2 entsprechen. B2 bedeutet normalentflammbar nach der deutschen Norm DIN 4102.

Styropor, wie es z.B. in Wärmedämmverbundsystemen (WDVS) als Fassadendämmung eingesetzt wird, erfüllt die Baustoffklasse B1, d.h. es ist schwerentflammbar.

Die geforderte Schwerentflammbarkeit von Styropor muss regelmäßig geprüft und fremdüberwacht werden – und dies wird auch getan. Diese Prüfungen und Überwachungen werden ausschließlich von unabhängigen Prüfinstituten durchgeführt, die vom Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) in Berlin als Prüfstellen zugelassen sind. Die Verwendbarkeit von Styropor als schwerentflammbarer Wärmedämmstoff wird über allgemeine bauaufsichtliche Zulassungen nachgewiesen. Diese Zulassungen sind ausgestellt vom DIBt.

Die in Deutschland ordnungsgemäß eingesetzten Wärmedämmverbundsysteme verfügen ebenfalls über bauaufsichtliche Zulassungen, die vom DIBt ausgestellt werden. Wie die Zulassungen für EPS-Hartschaum basieren die WDVS-Zulassungen auf umfangreichen bestandenen Prüfungen, die auch Originalbrandprüfungen bis hin zu Naturbrandversuchen umfassen. Alle erforderlichen Brandschutzmaßnahmen für das gesamte Fassadensystem (WDVS) sind in den Zulassungen festgelegt. Auch für WDVS unter Verwendung von EPS-Hartschaum ist eine regelmäßige Prüfung und Überwachung durch unabhängige Prüfinstitute in den Zulassungen vorgeschrieben. Die Zulassungen erlauben keinerlei Abweichung in der Zusammensetzung des WDVS und in seiner praktischen Ausführung.

Dass Wärmedämm-Verbundsysteme mit Styropor als Wärmedämmstoff sichere Systeme sind, wurde und wird regelmäßig durch Prüfungen bestätigt. Nicht zuletzt deshalb sind Wärmedämmverbundsysteme mit EPS-Hartschaum seit Jahrzehnten als bewährte Fassadendämmung bewährt und anerkannt.

Quelle: www.ivh.de