Insolvenzverfahren kabelmat GmbH am 01.11.2009 eröffnet

[inspic=352,left,,110]„Über das Vermögen der oben genannten Firma wurde durch das Amtsgericht Rottweil – Insolvenzgericht – am 01.11.2009 das Insolvenzverfahren eröffent und RA Albert Hirt aus Rottweil als Insolvenzverwalter bestellt“, so die offizielle Mitteilung der Anwaltskanzlei des Insolvenzverwalters.

Die kabelmat GmbH hat eine bereits in den 60er Jahren beginnende Geschichte und gehört seit langem zu den Marktführern bei Wickelsystemen für die Kabel- und Leitungsindustrie und -verarbeitung. Das Produktportfolio umfasst nahezu alle Geräte und Maschinen zum Lagern, Wickeln und Ablängen von Kabeln und Leitungen, Stahlseilen, Rohren, Schläuchen und Profilen. Sowohl das Wickeln von und auf Trommeln als auch von Trommeln auf Ringe gehört zu den Arbeiten, die auf kabelmat Produkten effizient erledigt werden können. Die Geschichte des Unternehmens ist durch Weiterentwicklung aber auch vielen Umbrüchen gekennzeichnet:

1963    hat alles in Grünmettstetten begonnen. Hans Deissenberger begann, Lagersysteme für Kabel- und Leitungsringe zu entwickeln und zu produzieren. So entstand zu Beginn als erstes das Kabelringlager, heute MATBOI genannt, bestehend aus mehreren Stahltellern auf Holzbrettern montiert und in einem Lagergestell eingesetzt.

1966    wurden dann in Bildechingen bei Horb a.N. neue Produkte entwickelt und die bewährten Geräte gebaut. Erste Maschinen wurden angeschafft. Ein ganz anderes Produkt, ein sogenannter Hosenbügel, namens HADEILA sollte das ganz große Geschäft bringen, was leider nicht eintrat. Es kamen die ersten Handumspuler und Trommelheber ins Programm und bereits Anfang der Siebziger Jahre wurden erste motorisch angetriebene Wickler gebaut. Mitte der Siebziger Jahre wurde der Platz schon wieder zu klein und so wurde ein zweiter Bauabschnitt erstellt. Viele Kabelhändler haben eine Ringwickelmaschine angeschafft und so war der Sprung nicht groß, in die Automatisierung einzusteigen.

1986    konnte der erste Ringwickel- und Abbinde-Vollautomat nach Lyon in ein großes französisches Kabelwerk ausgeliefert werden.

1989    wurde kabelmat nach einigen Wirren von der Alcatel-Gruppe übernommen. Ein neuer Höhenflug schien sich anzubahnen. Moderne Maschinen wurden gebaut und zum großen Teil innerhalb der Alcatel-Gruppe verkauft. Die neu entwickelten Modelle des Ringwickelautomaten haben bei den Kunden Ihren Dienst aufgenommen. Ein neues Übertragungsmedium kam auf den Markt, das für die heutige digitale Datentechnik entscheidende Glasfaserkabel. Neue Maschinen zur Herstellung und Verarbeitung wurden benötigt und auch kabelmat hat für dieses neue Datenübertragungskabel Maschinen gebaut und in alle Welt verkauft. Die Maschinen gingen nach Thailand, Indien, USA und weitere Länder.

1993    hat die ALCATEL AG die komplette Maschinengruppe verkauft, auch kabelmat. Käuflich erworben hat die Firma wieder der ehemalige Besitzer, Hans Deissenberger.

1996    Nach kurzzeitiger Weiterführung des Unternehmens wurde ab Oktober schließlich die neue kabelmat GmbH – Automations- und Lagersysteme als Tochterunternehmen der LAPP-Gruppe gegründet.

2004    Im Zuge der Rückkehr zu den Kerngeschäften hat die U.I.Lapp GmbH das Unternehmen Mitte des Jahres im Rahmen eines sogenannten „Management Buy Out“ an den damaligen Prokuristen und technischen Leiter Armin Merkt veräußert, der dann die heutige kabelmat GmbH gegründet hat. Seit dieser Zeit hat man auch eine weitere Zielgruppe erschlossen. Im Anschluss an die Extrusionslinien für die Kunststoff- und Verbundrohrproduktion werden ebenfalls Ring- bzw. Trommelwickler benötigt. Man hat für diesen Bedarf die Wickler aus dem Kabel- und Leitungsbereich entsprechend modifiziert und eine neue Generation von Ringwicklern entwickelt die seit damals erfolgreich bei unseren Kunden im Einsatz sind.

2005    kabelmat etabliert sich am Markt mit vollautomatischen Ringwicklern für Verbundrohre (siehe KWD 1255, v. 19.12.2005)

2006    kabelmat liefert die erste vollautomatische Konfektinieranalge PEX / Betrieb erprobt. Die etwa 24 Meter lange Offline-Anlage verrichtet bei einem der führenden deutschen Hersteller von PEX- und PE-Al-PE-Verbundrohren erfolgreich ihren Dienst. (siehe KWD, 1294 v. 05.12.2006)

Laut der Südwest Presse / Neckarchronik vom 25.09.2009 wird zunächst ein Gutachten erstellt, dass Klarheit geben soll über eine wirtschaftlich tragfähige Lösung. + + + Die Weltwirtschaftslage hatte gerade bei den Maschinenherstellern zu gravierenden Einbrüchen bei Auftragseingängen geführt. Außerdem soll es auch Zahlungsausfälle bei Kunden in erheblichem Maße gegeben haben.

Kontakt: kabelmat@kabelmat.com, www.kabelmat.de.