ifo Bauvorausschätzung: Langfristig nur moderates Wachstum der Baunachfrage in Deutschland

[inspic=317,left,,125]In den nächsten zehn Jahren wird die Baunachfrage in Deutschland real um durchschnittlich knapp 0,5 Prozent pro Jahr zulegen. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle ifo Bauvorausschätzung mit detaillierten Prognosen zur Entwicklung der deutschen Baubranche bis ins Jahr 2018.
Einen spürbaren Nachfrageschub für die gesamte Bauwirtschaft in Folge der Konjunkturpakete halten die ifo-Forscher für unrealistisch, da die Nachfrage im Wohnungsbau, vor allem aber im gewerblichen Bau, anhaltend schwach sein wird. Im laufenden Jahr dürfte die Bauproduktion aus ihrer Sicht sogar schrumpfen. „Das Gros der durch die Konjunkturprogramme angestoßenen Arbeiten wird erst 2010 erfolgen“, erklärt Erich Gluch, Bauexperte am ifo Institut. Gluch erwartet sich von den bisherigen Bemühungen der Bundesregierung lediglich ein „Strohfeuer in der kleinsten der drei Bausparten“. Nach dem Auslaufen der staatlichen Investitionsprogramme rechnen die ifo-Experten deshalb mit einem spürbaren Rückgang der Bauausgaben vor allem bei Bund und Ländern. Langfristig wird das öffentliche Bauvolumen sogar auf dem niedrigen Niveau des Jahres 2008 verharren.

Der Wohnungsbau wird bereits heute zum größten Teil von Bestandsmaßnahmen bestimmt, also von Baumaßnahmen an bereits bestehenden Wohngebäuden. Berücksichtigt man den bereits sehr großen Wohnungsbestand (gut 39 Mill. Einheiten), so dürfte sich daran auch bis zum Ende des Prognosezeitraums kaum etwas ändern. Nach den ifo-Schätzungen werden 2018 knapp 160 000 Wohnungen in Ein- und Zweifamiliengebäuden und rund 115 000 Wohnungen in Mehrfamiliengebäuden fertig gestellt. Dies sind zwar rund 100 000 Einheiten mehr als 2008, aber rund 180 000 weniger als im Durchschnitt der Jahre 1993 bis 2000. Insgesamt wird der Wohnungsbau, vor allem aufgrund weiterhin hoher Modernisierungsaufwendungen, kräftiger steigen als die beiden anderen Bausparten. Das Wohnungsbauvolumen wird sich in den nächsten zehn Jahren im Durchschnitt um rund 0,7 Prozent pro Jahr auf etwa 140,5 Mrd. EURO (in Preisen von 2000) in 2018 erhöhen.

Das Bauvolumen im Wirtschaftsbau wird 2018 mit 77,5 Mrd. EURO (in Preisen von 2000) nur knapp über dem Wert des Jahres 2008 liegen. Nach drei Jahren mit einer deutlich belebten Investitionstätigkeit im gewerblichen Sektor wird die Nachfrage bis 2012 zunächst rückläufig sein. Die Unternehmen werden in dieser Zeit ihre Neubauaktivitäten merklich zurückfahren und sich überwiegend mit der Modernisierung und Aufwertung ihrer Bestände beschäftigen. Dabei dürfte aus Sicht der ifo-Forscher der gewerbliche Tiefbau langfristig sogar etwas besser abschneiden als der Wirtschaftshochbau.

Quelle: www.ifo.de