Fussbodenheizung geht in Deutschland 2007 um ca. 11% zurück / Gesamt SHK-Markt mit minus 8-10%

Eigentlich müssten die Systemanbieter von Fußbodenheizungen einem erhöhten Leidensdruck gewachsen sein.
Nichtsdestrotz ist jeder „Absturz“ schmerzlich, besonders wenn man nach dem praktisch ebenso unverhofften Mengenplus von 13,5% im Jahr 2006 optimistisch vor sich hin werkelte und sich den vermuteten Sahnehäubchen im Exportgeschäft hingab. Ein Umsatzrückgang im 3. Quartal 2007 im gesamten Heizungsbereich von durchschnittlich 25-30% (auch 40% in Einzelfällen) raubte urplötzlich nahezu jegliche Hoffung auf ein positives Jahresergebnis, das je nach Produkt-und Systemmix im günstigsten Fall bei einem kleinen Minus eher aber zwischen 8-10% Jahresminus liegen dürfte. + + +
Konnte das denn keiner Vorhersehen?
Nur einer hatte (zumeist ungläubig belächelt) schon im letzten Herbst auf dem Querschiesser-Kongress (der nächste steht im übrigen vor der Tür, siehe www.querschiesser.de ) für 2007 ein Minus von bis zu 10 % prognostiziert: Arno Kloep ! Sein völlig neuartiges Modell einer ständigen, breit angelegten Handwerker-Abfrage ist halt doch „belastbarer“ als es manche zunächst vermuteten. Während also sowohl Industrie wie auch Großhandel mehr oder weniger ruckartig ins Umsatzloch fielen (vielleicht sogar Auslöser der Panikreaktion bei „R+F“ mit Mahr´s Abgang) zeigt das Handwerk noch einen moderaten marginalen Stimmungsabschwung, wie der Querschiesser „SHK-Geschäftsklima-Index“ aufzeigt. Das Handwerk hat sich schon länger von der früheren engen Bindung an den Neubaumarkt abgekoppelt und ist besonders in der Renovation stark engagiert. + + + Was aber sind nun die Gründe für den Absturz im 3. Quartal 2007 ?
Aus den vielen Zuschriften zu diesem Thema möchten wir eine zitieren, die das Thema am besten auf den Punkt bringt:
„Neben dem starken 2. Halbjahr 2006 – was prozentual im Jahresvergleich dann natürlich negativ auf das 2. HJ 2007 wirkt – gibt es mehrere, von uns allen nicht rechtzeitig erkannte Gründe für den rasanten Abstieg insbesondere im Markt der Ein- und Zwei-Familien-Häuser:
1.) Erhöhung der MwSt um 3 %
2.) Baupreiserhöhung um ca. 5 %
3.) Wegfall der Eigenheimzulage
4.) Höhere Finanzierungskosten um 1-2 %
5.) Höhere Energiepreise um ca. 10 %.
6.) „Negative“ demoskopische Entwicklung
7.) Häuser im Bestand gehen an die nächste Generation.
[inspic=101,right,,0] Ein neues Haus im Herbst 2007 kostet eben ca. 15 % mehr als im Herbst 2006. Diese Summen sind für viele normale Familien nicht mehr finanzierbar und so kommt es zu einem Einbruch, den ja – denken Sie an die positive Stimmung auf der ISH – selbst im Frühjahr diesen Jahres niemand erwartet hatte“. Man könnte noch hinzufügen, daß die Vertrauensverluste bei den zockenden Banken und die Ankündigung eventuell neuer Subventionen genauso wie Strafandrohungen für nicht dämmwillige Hausbesitzer die Groschen erst mal im Sack lassen. + + + Auch die Bodenbelagsbranche ist drastisch im Minus, wie ein gesonderter Bericht der IC-Marktforschung aufzeigt. Die Gesamtwirtschaft wird zum Glück nach wie vor noch von anderen Faktoren geprägt. So musste der VDMA seine Vorhersage für das Jahr 2007 korrigieren: Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau wird im laufenden Jahr voraussichtlich so stark wie seit knapp 40 Jahren nicht wachsen. Der Verband erhöhte seine Produktionsprognose auf plus 11% im Vergleich zum Vorjahr. Für das kommende Jahr sieht der Verband aber einen deutlichen Rückgang der Wachstumsrate.

Kontakt: Dipl-Ing.Winfried Hamich, kwd-online@kwd-online.de.