Fachgruppe Dämmstoffe des FSK: Dämmung von Rohrleitungen nach der EnEV 2009

EU-Ziel „20% Energieeinsparung bis 2020″ in Gefahr / Viele Fragen zur Anwendung der EnEV / Deswegen hat die Fachgruppe Dämmstoffe des FSK einen Fachbeitrag mit den wichtigsten täglich vorkommenden Fragen zur Dämmung von Rohrleitungen zusammengefasst.

Die Energieeinsparverordnung EnEV 2009 ist bereits seit über 2 Jahren in Kraft und zwischenzeitlich ist die Aufgabe, Energie einzusparen und den Energieverbrauch in allen Lebens- und Arbeitsbereichen drastisch zu reduzieren, nicht nur bei allen Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft, sondern vor allem auch bei den Verbrauchern angekommen.
Bei der Errichtung und Modernisierung bzw. Sanierung von „Gebäuden, die unter Einsatz von Energie beheizt oder gekühlt werden“ und für „An­lagen und Einrichtungen der Heizungs-, Kühl-, Raumluft- und Beleuch­tungstechnik sowie für die Warmwasserversorgung von Gebäuden“ (Zitat aus §1 der EnEV 2009) greifen die Vorgaben der EnEV 2009 zur Redu­zierung des Energieverbrauches zunehmend, wie ein Blick in die Förder­programme der KfW deutlich macht. Die Realitäten auf Baustellen oder in Sanierungsobjekten zeigen dagegen aber noch zu oft ungedämmte oder ungenügend gedämmte Rohrleitungen und nicht gedämmte Armaturen, obwohl es am Markt zahlreiche bewährte und hochwertige Dämmstoffe gibt. In der Gesamtenergiebilanz eines Gebäudes mögen diese dämmtechnischen Mängel als unbedeutend erscheinen. Beim Energiesparen kommt es jedoch auf jedes Detail an, denn „trotz der bisher erzielten Fortschritte“, so führte der EU-Energiekommissar Günther Oettinger kürzlich vor der Presse aus (siehe VDI-Nachrichten vom März 2011), „zeigen unsere Prognosen, dass ohne durchgreifende und koordinierte Maßnahmen auf dem Gebiet der Energieeffizienz die EU ihr gestecktes Ziel – 20% Energieeinsparung bis 2020 – nicht erreichen wird.“

Im Klartext heißt das, dass in der EU und damit auch in Deutschland mit weiteren gesetzlichen Regelungen zur konsequenten Nutzung von Energieeinsparpotenzialen bis hin zu Energiesparpflichten gerechnet werden muss. Bauherren, Architekten, Planer, Verarbeiter und natürlich auch alle Wohnungsnutzer sind deshalb gut beraten, auch die Dämmung von Wärmeverteilungs- und Warmwasserleitungen, von Kälteverteilungs- und Kaltwasserleitungen sowie von Armaturen weiterhin fest im Blick zu haben und auf die Umsetzung der Vorgaben der EnEV 2009 zu achten.

Der EnEV-Arbeitsausschuss der Fachgruppe Dämmstoffe im Fachverband Schaumkunststoffe und Polyurethane e.V. (FSK) weist deshalb nochmals auf die gesetzlichen Mindestanforderungen der EnEV 2009 für Dämmungen von Rohrleitungen hin und

beantwortet folgende aktuelle Fragen zur EnEV 2009, die vor allem von Planern und Installateuren Sanitär/Heizung, aber auch von anderen interessierten Kreisen zu verschiedenen Einbausituationen gestellt wurden:

  1. Wie müssen Wärmeverteilungs- und Warmwasserleitungen in Installationsschächten und Systemböden gedämmt werden und sind mit Wärmeverteilungsleitungen Heizungsleitungen ge­meint?
  2. Wie werden Heizungsleitungen in beheizten Räumen oder in Bauteilen zwischen beheizten Räu­men eines Nutzers gedämmt?
  3. Wie werden Heizungsleitungen gegen unbeheizte Räume gedämmt?
  4. Wie sind Kälteverteilungsleitungen (z. B. Soleleitungen) und Kaltwasserleitungen sowie Armatu­ren von Raumlufttechnik- und Klimakältesystemen zu dämmen?
  5. Wer kontrolliert die Einhaltung der EnEV hinsichtlich der in der EnEV vorgeschriebenen Dämmdicken für Sanitär- und Heizungsleitungen?
  6. Müssen die Armaturen ebenfalls nach EnEV 2009 gedämmt werden?
  7. Auf welche Temperatur bezieht sich die Wärmeleitfähigkeit λ von Dämmstoffen und wie ermittelt man Dämmdicken, wenn der λ-Wert eines Dämmstoffes (z.B. durch Veränderung des Ausgangs­materials) verändert wurde?
  8. Ist es notwendig, in einem Einfamilienhaus auf der Rohdecke die Warmwasser- und Zirkulationsleitungen nach EnEV zu dämmen? Ist die Dämmung auch dann notwendig, wenn über bzw. zwischen diesen Rohrleitungen eine Fußbodenheizung gelegt wird?
  9. Mit welcher Dämmdicke müssen Rohrleitungen in einer Tiefgarage/einem separaten Heizhaus oder Heizraum gedämmt werden? Kann man die Lage der Rohre als „an Außenluft angrenzend“ werten?
  10. Gibt es für geringere Systemtemperaturen (Vorlauf zum Beispiel nur 45 °C statt 70 °C) Einschrän­kungen oder Ausnahmen für die erforderliche Mindestdämmdicke nach EnEV?

 

Sie finden den Fachbeitrag „enev-2009-wichtige-aenderungen-im-ueberblick.pdf auch unter: http://www.fsk-vsv.de/daemmung-energie-einsparungschallschutz/die-energie-einsparverordnung-enev.html

Folgende Firmen engagieren sich in der Fachgruppe Dämmstoffe:
Adolf Würth GmbH & Co. KG, Aeroflex GmbH, Hanno-Werk GmbH & Co. KG, Kaimann GmbH, Isowa GmbH, L’Isolante, K-Flex GmbH, Kolektor Missel Schwab GmbH, nmc Deutschland GmbH, Schaum-Chemie, Wilhelm Bauer GmbH & Co. KG, Steinbacher Dämmstoff GmbH, Spritzschaum GmbH & Co. KG, Trocellen GmbH, Thermaflex Isolierprodukte GmbH, Union Foam S.p.A.

FSK Fachverband Schaumkunststoffe und Polyurethane e.V., D-60329 Frankfurt / Main,
fsk@fsk-vsv.de, www.fsk-vsv.de.