Kermi: Einsatz von Flächenheizungs- und kühlsystemen bei der Planung energieeffizienter Gebäude

Nach jüngsten Zahlen des BDH (Bundesindustrieverband Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik) hat der Einsatz von hydraulischen Flächenheizungen und -kühlungen in Deutschland seit 2005 um über 70% zugenommen. Auch für die Zukunft prognostiziert der Verband eine weitere Steigerung. Die Gründe dafür liegen in der systemimmanenten Optimierung des Wärmekomforts und dem Potenzial maximaler Energieeffizienz.

Kermi logoFlächenheizungen haben sich im Neubau mittlerweile als Standard etabliert, weisen jedoch auch bei Renovierung und Sanierung hohe Zuwachsraten auf.

Diese Entwicklung wird sich fortsetzen, da sich Fußbodenheizungen auch bei der Umsetzung von Niedrigstenergiekonzepten gem. der EU-Gebäuderichtlinie bis 2020 ideal für die Wärmeverteilung eignen – dies zeigen auch aktuelle Projektstudien wie u.a. das Effizienzhaus plus des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (www.bmvbs.de).

Der erreichbaren Wärmestromdichte einer Fußbodenheizung von ca. 80 W/m² unter üblichen Bedingungen und Einhaltung der maximalen Oberflächentemperaturen stehen bei modernen Neubauten typische Heizlasten zwischen 35 – 75 W/m² gegenüber. In der Regel kann der Wärmebedarf also vollständig durch eine Fußbodenheizung gedeckt werden. Lediglich bei auf das Raumvolumen bezogenen relativ kleinen belegbaren Flächen, verbunden mit erhöhtem Wärmebedarf wie z.B. in Badezimmern, können zusätzliche Heizflächen durch Heizkörper oder Wandheizung notwendig werden.

Entscheidend für den Einsatz von Fußbodenheizungen/-kühlungen sind die vorteilhaften Effekte bei thermischer Behaglichkeit und Energieeffizienz, die in dieser Ausprägung kaum von anderen Wärmeübertragungssystemen erreicht werden.

Maximale Energieeffizienz dank niedriger Systemtemperaturen

Die x-link Anschlussgarnitur verbindet Heizkörper und Fußbodenheizung mit dem Heizkreislauf. Sie ist unsichtbar hinter der Blende des Heizkörpers, hier des Credo-V, verborgen. Nur der zusätzliche Stellkopf verrät die Kombination. Foto: Kermi
Die x-link Anschlussgarnitur verbindet Heizkörper und Fußbodenheizung mit dem Heizkreislauf. Sie ist unsichtbar hinter der Blende des Heizkörpers, hier des Credo-V, verborgen. Nur der zusätzliche Stellkopf verrät die Kombination. Foto: Kermi

Durch die in der Regel zur Verfügung stehende große Fläche zur Wärmeabgabe kann eine Flächenheizung mit sehr niedrigen Systemtemperaturen betrieben werden, z.B. mit 35°C/28°C.

So ergibt sich nicht nur eine besonders gleichmäßige Wärmeverteilung mit geringen Temperaturabweichungen, Flächenheizungen eignen sich durch die niedrige Betriebstemperatur und das geringe Δt insbesondere für die Kombination mit alternativen Wärmeerzeugern wie Wärmepumpen oder Solarwärme. Aber auch bei konventionellen Wärmerzeugern mit fossilen Brennstoffen verbessern die niedrigen Systemtemperaturen von Flächenheizungssystemen den Wirkungsgrad deutlich.

Darüber hinaus unterstützt der Selbstregeleffekt einer Flächenheizung die Einzelraumregelung bei der dynamischen Anpassung der Wärmeleistung an den tatsächlichen Bedarf im Raum.

Strahlungswärme für hohe thermische Behaglichkeit

Ein großer Teil der Wärmeabgabe von Flächenheizungen erfolgt als Strahlungswärme. Diese entspricht den physiologischen Bedürfnissen des Menschen und wird als besonders angenehm empfunden. Weiterer positiver Effekt ist die im Gegensatz zu Heizsystemen mit hohem Konvektionsanteil geringe Luftbewegung. Die vor allem für Allergiker unangenehmen Staubaufwirbelungen werden so weitestgehend unterbunden.

Ähnliches ist bei der Flächenkühlung zu beobachten. Durch den großflächigen, milden Strahlungswärmeaustausch zwischen den Personen und gekühlten Oberflächen und dem kontinuierlichen Abtransport der Wärme aus der Raumluft entsteht ein angenehmes Raumklima. Im Vergleich zu rein Luft basierten Systemen stellt sich auch bei höheren Raumtemperaturen Wohlbefinden ein. Dabei erfolgt die Flächenkühlung völlig geräuschlos und ohne behaglichkeitsbeeinträchtigende Zugerscheinungen.

Der Einsatz von Flächenheizungs- und kühlsystemen setzt aufeinander abgestimmte System- und Regelungskomponenten voraus um eine einwandfreie und sichere Funktion zu gewährleisten.

Mit den verschiedenen x-net-Systemen von Kermi steht für jede Anforderung wie Neubau, Renovierung, Heizen und Kühlen, hoher Schallschutz etc. jeweils das geeignete System zur Verfügung.

x-net C16 clip System

Mit den x-net-Systemen bietet Kermi ein modernes, vielseitiges Programm an Flächenheizung/-kühlung für alle Bereiche des Neubau-, aber auch des Renovierungsbereichs. Ergänzend im Programm sind fortschrittliche Regeltechnik und innovative Systemkomponenten für die problemlose Integration in die vorhandene, individuelle Situation. Foto: Kermi
Mit den x-net-Systemen bietet Kermi ein modernes, vielseitiges Programm an Flächenheizung/-kühlung für alle Bereiche des Neubau-, aber auch des Renovierungsbereichs.
Ergänzend im Programm sind fortschrittliche Regeltechnik und innovative Systemkomponenten für die problemlose Integration in die vorhandene, individuelle Situation. Foto: Kermi

Das x-net C16 clip System ist der Allrounder und speziell für problematische Anwendungen auf unterschiedlichsten Untergründen konzipiert. Es überzeugt mit enormer Robustheit und ausgezeichneten Verarbeitungseigenschaften. Durch die schnelle und einfache Montage werden Zeit und Kosten gespart. Geprüft und zertifiziert nach DIN EN 1264 und DIN Certco wird das von der Bodendämmung unabhängige Fußbodenheizungs/-kühlungssystem sämtlichen Praxisanforderungen gerecht. Es zeichnet sich insbesondere durch sehr gute Fließestricheigenschaften aus und ermöglicht den Einsatz von Dämmungen für erhöhten Schallschutz, wie z.B. Mineralwolle.

Auch die Überdeckung von Installationskanälen im Rohfußboden oder die Verarbeitung auf nicht idealen Untergründen im Renovierungsbereich sind durch die leichten, aber biegesteifen und bruchfesten Panels unproblematisch. Durch die variablen Dämmungshöhen bzw. die dämmstofffreie Verlegung sind bereits niedrige Bodenkonstruktionshöhen erreichbar. Die hoch reißfesten x-net C16 Clips zur Befestigung des Heizrohres bieten keine Angriffsfläche für Zug- oder Stoßbelastung wie sie häufig durch das Begehen der Fläche oder beim Handling mit dem Estrichschlauch auftreten. 

x-net C11 Noppensystem & x-net C12 Tackersystem

Neben dem x-net C16 clip System stehen für die Verlegung der Fußbodenheizung im Nassestrich das x-net C11 Noppensystem und das x-net C12 Tackersystem zur Verfügung. Besonders vorteilhaft beim Einsatz der Noppenplatte sind die systembedingte Einhaltung der exakten Rohrabstände, die hohe Rohrhaltekraft der Noppen sowie die geschützte Lage des Heizrohres zwischen den Noppen. Mit den x-net C12 Tackerflächen hat man dagegen grenzlose Freiheit bei der Gestaltung der Heizkreise, auch bei schwierigen Raumgeometrien.

Beiden Systemen gemein ist die Anwendung sowohl im Bereich Wohnungstrenndecken mit Trittschalldämmung als auch mit Hartschaumdämmung für hohe Nutzlasten. 

x-net C13 Trockensystem

Das x-net C13 Trockensystem ermöglicht die Installation einer Fußbodenheizung auch im Renovierungsbereich, z.B. auf Holzdecken mit geringer statischer Belastbarkeit mit dem Vorteil geringer Trocknungszeiten durch den Einsatz von Fertigteilestrichen. Die nur 25 mm hohe x-net C13 Trockenbauplatte aus verarbeitungsfreundlichem Hartschaum lässt sich leicht dem Grundriss anpassen und verlegen. Die omegaförmigen Wärmeleitbleche geben dem Heizrohr während der Montage festen Halt sowie Schutz während der Bauphase und sorgen für eine gleichmäßige Wärmverteilung. Die Abdeckung des Systems erfolgt mit geeigneten Fertigteilestrichen oder auch Nassestrichen.

x-net C15 Dünnschichtsystem

Überall dort, wo kaum Aufbauhöhe zur Verfügung steht, wie eben häufig bei der Renovierung, kommt das x-net C15 Dünnschichtsystem zum Einsatz. Mit einer Gesamtaufbauhöhe von 17 – 22 mm ist es die Ideallösung in Bereichen, in denen die Aufbauhöhe und geringes Gewicht von entscheidender Bedeutung sind.
Dabei erweist sich das System als außerordentlich montagefreundlich. Aufwendige vorbereitende Arbeiten, wie z.B. Stemm- oder Abbrucharbeiten entfallen hier vollständig. Die Noppenelemente zur Verlegung des Heizrohres können rationell, schnell und meist direkt auf die unterschiedlichsten, vorhandenen Bodenbeläge verlegt werden.

Durch die geringe Überdeckung der Heizrohre mit der Vergussmasse kann x-net C15 mit besonders niedrigen, energieeffizienten Vorlauftemperaturen betrieben werden und erweist sich als besonders reaktionsschnelles System. Von Vorteil sind auch hier die reduzierten Trockenzeiten, die einen schnellen Baufortschritt ermöglichen.

x-net C14 Industrieflächenheizungssystem

In hochbelastbaren Betonböden kommt die x-net C14 Industrieflächenheizung zum Einsatz. Die Heizrohre sind dabei in der statisch tragenden Stahlbetonkonstruktion integriert. Um hohe Nutzlasten aufnehmen zu können wird bei Industrieböden auf einen klassischen Fußbodenaufbau mit schwimmend verlegtem Estrich verzichtet. Die Heizrohre können entweder direkt an der Stahlbewehrung oder mit der speziellen x-net Klemmschiene auf beliebigen Untergründen befestigt werden.
So entstehen in Lagerhallen, Gewerbebauten etc. beheizte und gekühlte Fußböden, die sowohl extremen Belastungen standhalten, gleichzeitig aber sehr wirtschaftlich im Niedertemperaturbereich betrieben werden können und für eine hohe Behaglichkeit in den Arbeitsbereichen sorgen.

x-net C21 & C22 Wandheizungssysteme

Als Alternative oder Ergänzung zur Fußbodenheizung sind mit x-net auch Wandheizungen realisierbar. Das x-net C22 Wandheizung Trockensystem greift auf die x-net C13 Trockenbauplatte zurück, während für das x-net C21 Wandheizung Nassputzsystem die x-net Klemmschiene zur Anwendung kommt.

x-link Anschlussgarnitur 

Speziell für die Anwendung im Renovierungsbereich ist die x-link Anschlussgarnitur ausgelegt – in Kombination mit dem x-net C15 Dünnschichtsystem die perfekte Lösung für die Badsanierung.

Die x-link Anschlussgarnitur ist erhältlich für ausgewählte Designheizkörper aus dem Kermi Produktprogramm und ermöglicht den zusätzlichen Anschluss einer Fußbodenheizung über den vorhandenen Heizkörperanschluss. Aufwändige Umbauarbeiten für einen zusätzlichen Heizkreislauf mit dem niedrigeren Temperaturniveau für Fußbodenheizungen sind nicht notwendig. Die getrennte Regelbarkeit von Heizkörper und Fußbodenheizung bleibt erhalten. Die x-link Anschlussgarnitur ist unsichtbar hinter der Heizkörperblende verborgen. Lediglich ein zusätzlicher Stellkopf am Heizkörper verrät den Kombi-Betrieb.

 Raumtemperierung durch Flächenkühlung im Sommer

Zunehmend kommen Flächenkühlungen in Büro- und Verwaltungsgebäuden sowie im Wohnungsbau mit hohen Komfortansprüchen zum Einsatz. Ursache sind architektonische, klimatische und gesetzgeberische Entwicklungen, die zu steigenden Kühllasten führen. Zur Wärmeabfuhr reicht eine Fensterlüftung nicht aus und der Einsatz konventioneller Klimaanlagen ist aus energetischer Sicht kritisch zu betrachten.

Hier bietet die Nutzung einer Flächentemperierung als Flächenkühlung eine sinnvolle, effiziente Alternative. Durch die Zirkulation kühlen Wassers mit üblicherweise 16°C bis 18°C Vorlauftemperatur wird neben dem großflächigen, kontinuierlichen Wärmeentzug die Oberflächentemperatur der Raumumschließungsflächen um einige Grad unterhalb der Raumtemperatur abgesenkt.

Auf Grund der reduzierten mittleren Strahlungstemperatur der Raumumschließungsflächen wird eine empfundene (operative) Temperatur erreicht, die nochmals 1 – 2°C unter der tatsächlichen Lufttemperatur liegt. Im Vergleich zu Luft basierten Systemen entsteht dabei Wohlbefinden auch bei höheren Raumtemperaturen.

Für die Kaltwassergewinnung lassen sich natürliche Quellen wie z.B. Grundwasser oder Erdkollektoren nutzen. Aber auch bei der Bereitstellung durch Wärmepumpenanlagen oder Kältemaschinen kann aufgrund der relativ hohen Wassertemperaturen von einem geringstmöglichen Energieeinsatz ausgegangen werden.

Bei der Auslegung ist neben physiologischen Aspekten zu beachten, dass die Oberflächentemperatur des Fußbodens zur Vermeidung von Kondenswasserbildung nicht unter den Taupunkt sinkt.

Alle x-net-Systeme von Kermi sind für die kombinierte Nutzung als Fußbodenheizung/-kühlung geeignet.

Abgestimmte Komponenten für perfekten Wärmekomfort

Die im Kermi x-net Programm enthaltenen Verteilerschränke, Verteiler und Regelung sowie alle zum Aufbau und Betrieb notwendigen Komponenten sind systemübergreifend und perfekt aufeinander abgestimmt. Mit speziellen x-net System-Komponenten können die x-net-Systeme auch für die Raumkühlung in der warmen Jahreszeit genutzt werden.

Haftungserweiterung, das 10-Jahresprogramm von Kermi

Mit seinem 10-Jahresprogramm beweist Kermi die Systemsicherheit der x-net-Installationen. Kommen bei einer Baumaßnahme für die Erstellung der Fußbodenheizung/-kühlung ausschließlich Komponenten des x-net-Systems zum Einsatz, gewährt Kermi eine Verlängerung der Gewährleistung auf bis zu 10 Jahre.

Quelle: www.kermi.de