Die Diskussion um Zeta-Werte ist ruhiger geworden

[inspic=339,left,,110]Die geplante Neufassung der DIN 1988-300 hat zu einer heftigen Debatte über Zeta-Werte geführt: Wie kann ein geeignetes Berechnungsverfahren aussehen? Müssen die Werte nachgemessen werden? Wie wichtig sind Zeta-Werte in der Gesamtbetrachtung der Berechnung eines Rohrleitungsnetzes? + + + Klar ist inzwischen, dass eine Neuregelung Sinn macht. Seit der Einführung der DIN 1988-3 wird mit neuen Rohrwerkstoffen (Multilayer Rohren) und vielfältigeren Fittingkonstruktionen gearbeitet. Klar ist auch, dass eine zu sehr einengende Vorschrift den Wettbewerb verzerren würde. Nach einer hitzig geführten Debatte unterstützt durch Fachartikel, Vorträgen, Anzeigen etc. scheint sich jetzt aber die Bereitschaft da zu sein, einen Konsenz zu finden. + + + Einen sehr informativen und sachlichen Bericht zur Zeta-Wert Diskussion hat der Gentner Verlag in der SBZ 12/10 veröffentlicht. Hier wird beschrieben, wie der Druckverlust in einer Rohrleitung vom Innendurchmesser abhängig ist bzw. wie viel die Zeta-Werte von Fittings und Formteilen in der Gesamtbilanz des Druckverlustes in der Hausinstallation ausmachen. Der Autor, Dietmar Stump, ist schon seit vielen Jahren ein kompetenter Kenner der Fittingbranche. (http://www.sbz-online.de/Gentner.dll/Search). + + + Einige Unternehmen, wie z.B. Viega (siehe KWD-SHK 1421) und Rehau (siehe KWD-SHK 1441), bieten im Internet sogenannte Zeta-Wert Rechner an. Beide Unternehmen tun sich dabei natürlich erst erstmal optisch gesehen leicht, da sowohl bei Rehau durch die axiale Verpressung mit Schiebehülse als auch bei Viega durch die Kombination aus radialer Press- und axialer Schiebetechnik der Rohrquerschnitt fast uneing eschränkt erhalten bleibt. Viel wichtiger ist aber die gesamte Trinkwasseranlage zu betrachten: Eine durchdachte Leitungsverlegung mit z.B. kurzen Leitungswegen, die Funktionsweise der Leitungsspülung, die intelligente Verlegung also z.B. Rohrbiegungen statt der Verwendung von 90 Grad Winkeln. Die Druckverluste selber ergeben sich ja nicht nur in den Fittings, auch Armaturen, Filter und Stockwerksleitungen weisen Druckverluste auf. Und nicht ganz unwichtig bei der Betrachtung ist die Wirtschaftlichkeitsberechung. Erst nachdem das alles sorgfältig geplant und berechnet wurde kann wieder der Blick auf das gewählte Fittingsystem fallen. Und dann ist die Frage wie viel der einzelne Zeta-Wert pro Fitting tatsächlich noch ausmacht!

KWD-Redaktion, Dipl.-Ing. Jutta Hix, hix@kwd-online.de.