BGS: Verbotsantrag von PEX-Rohren in Kalifornien irritiert Branche – PEX ist nicht gleich PEX

[inspic=344,left,,125]PEXc Rohr und Multilayer Rohr) In unserem englischen Newsletter KWD-globalpipe haben wir am 2. Februar 2010 unter dem Titel „Court Overturns State Approval of PEX Plastic Pipe to avoid Health Risks“ über die vor Gericht ausgetragene Auseinandersetzung im US-Bundesstaat Kalifornien berichtet. Hier geht es um die Verwendung von vernetzten Polyethylen-Rohren (PEX) für die Versorgung von Privathäusern, Schulen, Kindertagesstätten und anderen Gebäuden mit Trinkwasser. Am 30. Dezember urteilte der Superior Court der Stadt Alameda nahe San Franzisko, dass der Staat bei der ökologischen Beurteilung von PEX-Rohren hinsichtlich der toxikologischen Gefahren beim Transport von Trinkwasser in solchen Kunststoffrohren seiner Verantwortung nicht gerecht geworden sei und forderte eine erneute Prüfung. Das Verfahren geht nun in höhere Instanzen.

[inspic=374,right,,125]Dieses Thema haben wir zum Anlass genommen, die Firma BGS, ein führendes Unternehmen der Bestrahlungstechnologie in Europa, zu besuchen. Jochen Rausch, Anwendungstechnik und Vertrieb, erklärt was BGS tut: „Mit beschleunigten Elektronen (Betastrahlen) und Gammastrahlen werden beispielsweise Kunststoffe veredelt, Kunststoffe vernetzt, medizinische Produkte sterilisiert und Rohstoffe entkeimt. Bei der Bestrahlung handelt es sich um ein physikalisches Verfahren, es gibt keine Kontamination mit Chemikalien“. Insofern bedauern die Mitarbeiter von BGS diese sehr allgemein geführte Diskussion und wünschen sich mehr Klarheit worüber eigentlich gestritten wird.

Im Gespräch mit der KWD-Chefredakteurin Jutta Hix stellt Dr. Andreas Ostrowicki, Geschäftsführer der in Wiehl ansässigen BGS Beta-Gamma-Service, fest: „Wir bedauern sehr, dass die Kontrahenten in dem nun schon seit einigen Jahren andauernden Streit schlicht von PEX sprechen“. Tatsächlich gibt es unterschiedliche Verfahren, Polyethylen-Rohre (PE) zu vernetzen, um die Eigenschaften des Materials hinsichtlich seiner Temperaturfestigkeit oder Druckbeständigkeit zu verbessern. Auf chemischem Wege geschieht dies etwa durch den Zusatz von Chemikalien während oder nach der Rohrherstellung (PEXa bzw. PEXb). Als physikalisches Verfahren zur Vernetzung von PE-Werkstoffen hat sich die Bestrahlung mit Elektronen etabliert (PEXc).

„Es ist klarzustellen, dass sich der Streit in Kalifornien allein auf PEXa-Rohre bezieht“, sagt Ostrowicki und erläutert, dass bei deren Herstellung die Molekülstruktur des PE-Rohrmaterials mit einem Peroxid vernetzt wird. „Das hat leider zur Folge, dass es tatsächlich in diesen Rohren zu einer Kontamination des Trinkwassers mit Rückständen aus dieser chemischen Behandlung, zum Beispiel mit Methyl-tertiär-Butylether (MTBE), kommen kann, wie unter anderem auch aus Untersuchungen am Hygiene-Institut Gelsenkirchen hervorgeht.“ In Deutschland wurde MTBE nach Auswertung der toxikologischen Daten von der Senatskommission zur Prüfung gesundheitsschädlicher Arbeitsstoffe der Deutschen Forschungsgemeinschaft in der MAK-und BAT-Werte-Liste (DFG, 2000) der Kategorie 3B zugeordnet. Das heißt, es handelt sich um einen Stoff, für den im Tierversuch Anhaltspunkte für eine krebserzeugende Wirkung vorliegen.

[inspic=376,left,,450][inspic=375,right,,125]Demgegenüber weisen strahlenvernetzte PE-Rohre (PEXc) keine derartigen Gefahren auf, denn hierbei wird die Vernetzung der Kunststoffmoleküle auf rein physikalischem Wege durch die Einwirkung beschleunigter Elektronen angeregt. Das Verfahren kommt zur Verbesserung der Werkstoffwerte nicht nur von Polyethylen gänzlich ohne den Zusatz chemischer Vernetzungsmittel aus, und die Produkte unterliegen somit auch nicht der europäischen Chemikalienverordnung (REACH-Verordnung) zum Schutz von Mensch und Umwelt durch die Beschränkung chemischer Stoffe.

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BGS Beta-Gamma-Service GmbH & Co. KG,
Fritz-Kotz-Straße 16;
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Tel.: 02261/7899-0;
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Jochen Rausch
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