BAU 2013 trotzt allen schlechten Prognosen – internationaler Besucherrekord

Allen schlechten internationalen Wirtschaftsprognosen zum Trotz gab man sich auf der BAU zuversichtlich und freut sich auf eine steigende Bautätigkeit im Wohnungsbau.

bau_2013KWD-SHK, 22.01.2013. Die Veranstalter der BAU sind wie immer begeistert von der Messe und geben Rekordzahlen bekannt. So lautet denn auch der erste Satz im Schlussbericht: „Die BAU, Weltleitmesse für Architektur, Materialien, Systeme, ist noch internationaler, noch hochkarätiger und noch professioneller geworden. Auf diesen Nenner lassen sich sechs erfolgreiche Messetage bringen, die der Branchenplattform Nr. 1 erneut volle Hallen mit begeisterten Ausstellern und Besuchern gebracht haben.“

In der Tat sprechen gerade die internationalen Besucherzahlen für sich. Hier wurde erstmals die Marke von 60.000 übertroffen. Die Gesamtbesucherzahl lag bei 235.000 Besuchern, was in etwa dem Vorjahresniveau entspricht.

Besonders starke Zuwächse gab es aus:

  • Russland  mit 2.920 Besuchern
  • China  mit 1.091 Besuchern
  • Japan  mit 750 Besuchern

Die BAU legte qualitativ noch einmal zu, so der Tenor von Seiten der Aussteller. Und das sowohl hinsichtlich der Standarchitektur und Produktinszenierung als auch bezüglich der Qualität der Fachbesucher. Ihren Ruf als „Architektenmesse“ machte die BAU auch diesmal alle Ehre. Erneut kamen rund 50.000 Besucher aus Architektur- und Planungsbüros.

Das alles überragende Thema der BAU war diesmal das nachhaltige Planen und Bauen, dessen verschiedene Facetten, nicht nur aus technisch-funktionaler, sondern auch aus sozialwissenschaftlicher und ökonomischer Sicht in Foren und Sonderschauen beleuchtet und diskutiert wurden. Die entsprechenden Sonderschauen wurden von der Fraunhofer-Allianz BAU, der DGNB Deutsche Gesellschaft für nachhaltiges Bauen, dem ift Rosenheim sowie der GGT Deutsche Gesellschaft für Gerontotechnik® realisiert. Bei vielen Ausstellern dominierte die Farbe Grün, um das Ausrichten ihrer Produktpräsentation ganz auf das „Green Building“ deutlich zu machen..

Der Charakter der BAU als Geschäfts- und Innovationsplattform spiegelt sich auch in der vom Marktforschungsinstitut TNS Infratest durchgeführten Befragung wieder (Vergleichszahlen in Klammern). Top-Bewertungen gab es insbesondere für die Vollständigkeit und Breite des Angebots sowie für die Präsenz der Marktführer. Danach bewerteten

  • 97% (2011: 96%) der Besucher die BAU mit „ausgezeichnet bis gut“,
  • 95% (97%) wollen wieder kommen.
  • 94% (93%) der Besucher sehen die BAU als Leitmesse.
  • 94% der Befragten, die zur Vorbereitung von Investitionen auf die BAU kamen, haben dieses Ziel den Angaben zufolge auch erreicht,
  • 92% haben sogar konkrete Investitionen getätigt.
  • 92% derer, die sich über Neuheiten informieren wollten, wurden dabei auch fündig.

In den VDI nachrichten vom 18. Januar 2013 wird die Stimmung auf der BAU so beschrieben: „Das Wirtschaftswachstum in Deutschland schwächelt, doch auf der jetzt in München eröffneten Bau 2013 herrscht Zuversicht. Fachleute versichern, trotz des unter dem Konjunktureinbruch leidenden gewerblichen Baus sorgten im laufenden Jahr Wohnungsbau und öffentlicher Bau für eine Umsatzsteigerung in der Bauwirtschaft um 2 %.“

Institute, Industrieverbände und die Bundesregierung rechnen in 2013 mit einer Abkühlung der deutschen Wirtschaftsleistung. Das drückte nur wenig auf die Stimmung der Aussteller. Zwar muss der gewerbliche Bau unter den derzeitigen konjunkturellen Bedingungen Einbußen fürchten, doch nach Aussagen von Industrieverbänden dürften zumindest Wohnungsbau und öffentlicher Bau in Deutschland Boden gutmachen.

Die Bundesregierung rechnet für dieses Jahr nur noch mit einem Wirtschaftswachstum von 0,4 Prozent, nachdem sie im Oktober noch von einem Anstieg des Bruttoinlandprodukts (BIP) von 1,0 Prozent ausgegangen war. Allerdings hätten die Vertrauenskrise im Euroraum und die schwache Weltwirtschaft das Wachstum im Verlauf des vergangenen Jahres verlangsamt, sagte Rösler. Dies werde sich 2013 aber wieder ändern – sagte auch Rösler!

Zuversichtliche Stimmung auf der Messe in München signalisiert auch der öffentliche Bau. Nach Rückgängen in den Vorjahren rechnet die Baubranche in dieser Sparte für den diesjährigen Umsatz im Bauhauptgewerbe mit einem Wachstum von 1,5 %, allerdings wird davon ein großer Teil in Investitionen in die Verkehrswege fließen.

Als Wachstumsmotor für das Bauhauptgewerbe sieht Hans-Hartwig Loewenstein, Präsident des Zentralverbandes der Deutschen Bauindustrie (ZDB), den Wohnungsbau, und zwar nicht zuletzt beflügelt durch den Geschosswohnungsbau. Dieser würde im laufenden Jahr die Zahl der fertiggestellten Wohnungen auf rund 230.000 Einheiten heben. Insgesamt erwartet der ZDB-Präsident in 2013 für den Wohnungsbau ein Umsatzplus von 3,5 %, vor allem aufgrund der anhaltend starken Neubautätigkeit.

Die nächste BAU findet vom 19. bis 24. Januar 2015 auf dem Gelände der Messe München statt.

Quelle: BAU 2013, Messe München, www.bau-muenchen.com. Online-Katalog: www.nfm-bau.de,
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