BAU 09: Historischer Moment in der Bauwirtschaft

[inspic=297,left,,150]Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee und DGNB Präsident Prof. Dr.-Ing. Werner Sobek verleihen erstmals Deutsches Gütesiegel Nachhaltiges Bauen.

Ein neues Qualitätszeichen setzt Maßstäbe – das Deutsche Gütesiegel Nachhaltiges Bauen wurde am Montag erstmals verliehen. „Das ist ein historischer Moment“, sagte Prof. Dr.-Ing. Werner Sobek, Präsident Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen, DGNB, anlässlich der Auszeichnung bei der internationalen Leitmesse BAU 2009 in München.

[inspic=298,right,fullscreen,350]Das Siegel geht weit über die bisherigen Labels hinaus. Zukunftsfähiges Bauen werde mit dem Zertifikat erstmals transparent und messbar gemacht, so Sobek. Die DGNB und das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BVMBS) haben das Gütesiegel gemeinsam erarbeitet. Das System beruht auf Freiwilligkeit und bietet Investoren und Bauherren eine klare Orientierung bei der Bewertung von Gebäuden.

Auf Anhieb schafften 16 Gebäude von Hamburg über Frankfurt bis Stuttgart den Sprung aufs Podest und wurden in den Kategorien Gold, Silber und Bronze ausgezeichnet. Für Gebäude, die sich in Planung befinden, wurden darüber hinaus am Dienstag zwölf Vorzertifikate vergeben. So verschieden die Objekte auf der einen Seite auch sind – sie weisen eine Bruttogrundfläche zwischen 600 und 130.000 Quadratmetern auf – allen ist ihre besonders umweltfreundliche, ressourcensparende und wirtschaftliche Planung und Ausführung gemein.

Das ist Bauen für die Zukunft“, fasste Prof. Dr.-Ing. Sobek zusammen: Mit dem Deutschen Gütesiegel Nachhaltiges Bauen stehe ein „System zur Bewertung der Nachhaltigkeit unserer gebauten Umwelt zur Verfügung“.

In Fachkreisen war das Deutsche Gütesiegel mit Spannung erwartet worden. Das jetzt vorgestellte neue Verfahren zur Gebäudezertifizierung gilt als System der zweiten Generation, unter anderem weil in die Bewertung sämtliche Aspekte nachhaltigen Bauens einfließen. Dazu gehören ökologische und ökonomische Faktoren, aber auch soziokulturelle und funktionale, Prozessqualität, technische Qualität und Standortqualität.